Biogas aus Ziertheim fließt ins Netz der Netze ODR
Erstmals wird im Netzgebiet der Netze ODR aufbereitetes Biogas aus einer privaten Anlage in das Erdgasnetz eingespeist. Das Projekt zeigt, wie vorhandene Infrastruktur und erneuerbare Energien zusammenwirken können – und macht deutlich: Unser Gasnetz hat eine grüne Zukunft.
Seit Mai speist eine private Biogasanlage in Ziertheim aufbereitetes Biomethan in das Gasnetz der Netze ODR ein. Damit wird im Netzgebiet erstmals lokal erzeugtes, erneuerbares Gas in die bestehende Infrastruktur integriert und für die Versorgung von Kundinnen und Kunden nutzbar gemacht.
Für die Netze ODR ist das Projekt ein wichtiger Schritt bei der Weiterentwicklung des eigenen Gasnetzes. Durch die Einspeisung von Biomethan kann fossiles Erdgas schrittweise ergänzt und perspektivisch ersetzt werden. Gleichzeitig bleibt die vorhandene Infrastruktur nutzbar und wird Teil einer nachhaltiger ausgerichteten Energieversorgung.
„Mit der Aufnahme von Biomethan in das bestehende Gasnetz zeigen wir, dass sich die bereits vorhandene Infrastruktur sinnvoll weiterentwickeln lässt. Sie kann bereits jetzt erneuerbare Energien aufnehmen und so einen wichtigen Beitrag zu einer zuverlässigen, zukunftsfähigen und preisgünstigen Energieversorgung leisten“, sagt Geschäftsführer Matthias Steiner.
Als Netzbetreiber übernimmt die Netze ODR die Aufgabe, das aufbereitete Gas sicher in das öffentliche Netz zu integrieren. Das Rohbiogas wird dafür zunächst zu Biomethan aufbereitet, auf Erdgasqualität gebracht und an den erforderlichen Netzdruck angepasst. Vor der Einspeisung erfolgen umfassende Sicherheits- und Qualitätsprüfungen. Auch im laufenden Betrieb werden die eingespeisten Energiemengen kontinuierlich gemessen und überwacht, um eine zuverlässige Versorgung sicherzustellen.
Die Umsetzung stellte alle Beteiligten vor besondere Anforderungen, da es sich um das erste Projekt dieser Art im Netzgebiet handelt. Entsprechend eng war die Abstimmung zwischen Anlagenbetreiber, Herstellern der Aufbereitungstechnik und der Netze ODR als Netzbetreiber und Betreiber der Einspeiseanlage. Von der Planung im September 2023 über den Bau der Anlage und der notwendigen Leitungen bis zur Inbetriebnahme im April 2026 erstreckte sich das Projekt über rund zweieinhalb Jahre.
Mit einer geplanten Einspeisemenge von rund 3,08 Millionen Kubikmetern Biomethan pro Jahr werden künftig etwa 33.880 Megawattstunden erneuerbare Energie in das Netz eingespeist. Das entspricht in etwa dem jährlichen Gasbedarf von rund 10.000 Haushalten. Die Anlage leistet damit einen konkreten Beitrag zur regionalen Energiewende und zeigt, welches Potenzial in der Nutzung von Biomethan liegt.
Die Netze ODR baut die Biomethaneinspeisung weiter aus. Ein weiteres Projekt befindet sich bereits in Frickingen in der Umsetzung. Dort ist nach aktueller Planung die Inbetriebnahme bereits Ende Juli vorgesehen, gefolgt von einem mehrwöchigen Probebetrieb.
Die steigende Zahl an Anfragen zur Einspeisung von Biomethan zeigt, dass erneuerbare Gase zunehmend an Bedeutung gewinnen. Vor diesem Hintergrund bleibt das Gasnetz ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung.
Biogasanlage Ziertheim